Sozial-Köpfe
Elisabeth Brockmann und Jörg Schmidt
© epd-bild / AGUS
Schmidt neuer Bundesgeschäftsführer der Angehörigen-Organisation
Die Selbsthilfeorganisation "Angehörige um Suizid" (AGUS) bekommt einen neuen Geschäftsführer. Zum 1. April übernimmt Jörg Schmidt (35) die Leitung der Bundesgeschäftsstelle in Bayreuth.
Bayreuth (epd). Jörg Schmidt tritt die Nachfolge von Elisabeth Brockmann (62) an, die nach 17 Jahren als Geschäftsführerin in den Ruhestand geht. Der neue Bundesgeschäftsführer war bisher in verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung tätig. Zuletzt leitete er das Pilgerbüro an der katholischen Wallfahrtsbasilika Marienweiher (Landkreis Kulmbach).

Seit fast drei Jahrzehnten engagiert sich AGUS dafür, Menschen zur Seite zu stehen, die Familienmitglieder oder enge Freunde durch Selbsttötung verloren haben. Mit der Gründung der ersten Selbsthilfegruppe in Bayreuth im Jahr 1989 leistete die Lehrerin Emmy Meixner-Wülker (1927-2008) bundesweit Pionierarbeit, um das stigmatisierte Thema Suizid auch stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.

Hier hat sich nach Beobachtung von Brockmann in den vergangenen Jahren "ein großer Schritt von der Tabuisierung hin zur Thematisierung" vollzogen. Das sei auch der überwiegend sensiblen Berichterstattung in den Medien zu verdanken. Bei jährlich rund 10.000 Suizidfällen in Deutschland könne man auch nicht von einer Randgruppe sprechen: Die Arbeit mit Angehörigen sei deshalb "ein gesellschaftliches Thema, für das eine breite Unterstützung nötig ist".

Heute zählt AGUS nach eigenen Angaben über 860 Mitglieder und über 60 regionale und ehrenamtlich organisierte Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland. Im Bayreuther Büro als zentraler Stelle des Netzwerks gehen jährlich rund 800 Anfragen von Betroffenen ein.
 

Aus epd-sozial 13/17 vom 31. März 2017

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