Tagebucharchiv
11.09.2017 - Thomas Gehringer

Man darf wohl sagen, dass die Talk-Woche für die AfD ganz gut gelaufen ist. Am Sonntagabend beherrschten Themen wie die Flüchtlingspolitik, der Islam, die Grenzsicherung, die Fragen von Abschiebungen und Terrorabwehr das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. Besonders in Erinnerung geblieben ist die leidenschaftliche Nachfrage des Moderators Claus Strunz: "226.000 - wann sind diese Leute weg?" Gemeint waren die zurzeit ausreisepflichtigen Menschen in Deutschland, wobei Strunz vergaß zu erwähnen, dass 160.000 geduldet sind, also vorläufig bleiben dürfen.

04.09.2017 - Michael Ridder

Erst sollte die Filmsparte verkauft werden, dann stand Sport1 zur Disposition, nun soll angeblich beides behalten werden - beim Konzern Constantin Medien blickt keiner mehr durch. Wie wird die Posse in Ismaning weitergehen? Ein exklusiver Ausblick auf das, was in den kommenden Wochen geschehen könnte.

28.08.2017 - Tilmann Gangloff

Wer heute um die 60 ist, kann behaupten, er sei dabei gewesen, als am 25. August um 9.57 Uhr das deutsche Farbfernsehen startete. Da Schulferien waren, wurden vermutlich mehr Kinder als Erwachsene Zeugen einer seither oft wiederholten Szene, die an Zauberei grenzte, aber in Wirklichkeit eine Panne war: Das Bild wurde bunt, und Willy Brandt drückte auf einen roten Knopf. Natürlich hätte der Ablauf umgekehrt sein sollen, doch irgendein Techniker war ein bisschen voreilig, was dem damaligen Vizekanzler ein Praecox-Erlebnis bescherte, an dem die ganze Fernsehnation teilnahm.

18.08.2017 - Thomas Gehringer

Ein Smartphone, ein Mikrofon, das ist alles. Keine Redaktion, kein Studio, kein großer Apparat im Hintergrund. Harald Schmidt ist auf sich allein gestellt. "Ich habe mein ideales Format gefunden", behauptete er vor einigen Tagen in einem dieser zwei bis fünf Minuten langen Videos, die er seit Mitte Mai für "Spiegel Daily" an fünf Tagen in der Woche produziert. Dabei hatte er sich auf einem Flughafen "an den Außengrenzen der EU" vor dem Toiletteneingang postiert. Im Hintergrund sieht man eine lange Schlange vor der Damentoilette, worauf Schmidt ein bisschen süffisant hinweist.

14.08.2017 - Sybille Simon-Zülch

Die Kamera zeigt einen Teller, auf dem undefinierbare Häufchen angerichtet sind. Der Sprecher aus dem Off kommentiert: "Es ist vielleicht kein Meilenstein in der Vorspeisen-Dekorationsgeschichte.

31.07.2017 - Christiane Link

Wer sich in Großbritannien um eine Stelle bewirbt, einen Kurs bei einer Bildungseinrichtung besucht oder Mitglied in einem Club wird, muss fast immer einen Fragebogen ausfüllen, der die Zugehörigkeit zu bestimmten Gesellschaftsgruppen abfragt. Die Frage nach dem Geschlecht gehört genauso dazu wie die Frage nach der ethnischen Herkunft, der sexuellen Orientierung oder einer etwaigen Behinderung. Der Fragebogen wird dann getrennt von der Bewerbung oder Anmeldung aufbewahrt. So soll statistisch erhoben werden, ob Menschen aus bestimmten Gruppen benachteiligt werden.

24.07.2017 - Diemut Roether

Socken sind wichtig, am besten selbstgestrickte. Und Kerzen, viele Kerzen. Und natürlich kuschelige Wolldecken. Ohne Kerzen, Socken und Wolldecken kein Hygge. Und Hygge ist der neue Megatrend. Seit das Buch "Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht" des dänischen Glücksforschers Meik Wiking zum Weltbestseller geworden ist, wollen wir alle wie die Dänen sein: Kakao trinken, uns gemütlich zusammenkuscheln und "einfach glücklich sein".

17.07.2017 - Konrad Ege

Der alte Martin Luther und Kollegen haben eine Passage aus dem biblischen Buch der Sprüche wie folgt übersetzt: "Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest." In diesem Sinne: Könnten "die Medien" bitte aufhören, ständig über Tweets von Donald Trump zu berichten? Und im Ton der Empörung vor Trumps "Krieg gegen die Medien" zu warnen?

10.07.2017 - Diemut Roether

Große Summen wecken große Begehrlichkeiten, das ist bekannt. Kein Wunder also, dass man bei den Privaten sehnsüchtig auf die acht Milliarden Euro schielt, die der Beitragsservice im vergangenen Jahr wieder einmal für ARD, ZDF und Deutschlandradio eingesammelt hat, und darüber nachdenkt, wie man selbst von diesem Kuchen profitieren könnte.

03.07.2017 - Michael Ridder

Das ist nicht mehr Fernsehen. Das ist auch nicht Kino. Das ist transzendierende Experimentalkunst, was David Lynch uns nach zehn Jahren Regie-Abstinenz mit "Twin Peaks - The Return" vorsetzt. Vor allem gilt das für Folge acht der dritten Serienstaffel, die 25 Jahre nach den ersten beiden Staffeln vom US-Bezahlsender Showtime produziert wurde.