Inland
WDR-Rundfunkrat kritisiert Talkshows als populistisch
Programmausschuss: Bei Themen und Gästeauswahl nachbessern
Köln (epd). Der WDR-Rundfunkrat bekräftigt seine seit Jahren geäußerte Kritik an den von der Landesrundfunkanstalt verantworteten Talkshows im Ersten. Der Programmausschuss sieht Verbesserungspotenzial unter anderem bei der Themen- und Gästeauswahl, wie der Rundfunkrat am 22. November in Köln mitteilte. Die Formate "Hart aber fair" und "Maischberger" setzten nach wie vor zu häufig auf populistische Reizthemen und hätten zu selten Frauen und jüngere Menschen auf der Gästeliste, bemängelt das Aufsichtsgremium unter anderem. Bereits 2012 und 2015 hatte der Rundfunkrat ähnliche Kritik geäußert (epd 16/12, 44/15).

Der Programmausschuss kritisiert in seiner Stellungnahme "alarmistische Zuspitzungen" auf "negative Erwartungen, Beunruhigung und Angst" in Sendungstiteln und Moderationen. Dadurch würden Populismus und Vereinfachung gefördert, was zulasten von Hintergrundinformation gehe. Gesprächspartner sollten danach ausgewählt werden, dass sie "sachlich und kompetent argumentieren sowie differenzierte Positionen vertreten können", so der Programmausschuss.

Auch bei den Moderationsleistungen von Frank Plasberg und Sandra Maischberger sieht das Gremium Verbesserungsbedarf. Erwartet werde, dass die Moderatoren "einen respektvollen Umgang zwischen den Teilnehmern gewährleisten", heißt es in der Stellungnahme. "Voraussetzung dafür ist eine gründliche Vorbereitung der Sendungen und der Moderation, eine stärkere Eingrenzung des Themas sowie - je nach Thema - eine Reduzierung der Anzahl an Gesprächsteilnehmer/innen". Das Gremium regt an, zur "Belebung des Programms" auch neue junge Moderatoren einzusetzen, etwa in den Sommerpausen.

Aus epd medien Nr. 47 vom 24. November 2017

tz