Internationales
RTL Group mit sinkendem Ergebnis im ersten Halbjahr
Umsatz steigt leicht - Geschäft mit Werbetechnologien wird ausgebaut
Luxemburg (epd). Die RTL Group hat im ersten Halbjahr 2017 ihren Umsatz um 3,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro gesteigert. Das Vorsteuerergebnis (Reported Ebitda) sank allerdings um 7,8 Prozent auf 626 Millionen Euro, wie Europas größter Fernsehkonzern am 30. August in Luxemburg mitteilte. Der Periodenüberschuss lag bei 363 Millionen Euro und damit um 6,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Knapp 49 Prozent der Umsätze wurden aus dem klassischen TV-Werbegeschäft erzielt, obwohl die europäischen TV-Werbemärkte laut RTL Group im ersten Halbjahr geschrumpft sind. 17,5 Prozent wurden mit Inhalten erlöst und gut 13 Prozent mit Digitalgeschäften, deren Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte anstieg.

Die Mediengruppe RTL Deutschland habe erneut eine außerordentlich gute finanzielle Performance gezeigt, teilte die RTL Group mit. Trotz höherer Programminvestitionen beim Hauptkanal sei das Ebitda mit 365 Millionen Euro annährend stabil geblieben. Das Vorsteuerergebnis der französischen Groupe M6 sank von 207 Millionen Euro auf 172 Millionen Euro, die Produktionssparte FremantleMedia blieb mit einem Ebitda von 40 Millionen Euro stabil.

Die Generaldirektoren der RTL Group, Bert Habets und Guillaume de Posch, erklärten, die Diversifizierung der Umsatzsegmente in den vergangenen Jahren habe sich ausgezahlt. Der Konzern habe in das schnell wachsende Geschäft mit Digitalvidios, in Werbetechnologien und in High-End-Dramaserien investiert. Die Serie "American Gods", die von FremantleMedia North America produziert wurde, ist den Angaben zufolge via Amazon Prime mittlerweile in 200 Ländern zu sehen.

Die zur Bertelsmann-Gruppe gehörende RTL Group kündigte zudem an, die Videowerbe-Plattform SpotX komplett zu übernehmen. Das Geschäft mit Werbetechnologien solle insgesamt ausgebaut werden, dazu sollen auch weitere Zukäufe getätigt und Partnerschaften geschlossen werden. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg zwischen 2,5 und 5,0 Prozent. Das Vorsteuerergebnis soll den Prognosen zufolge stabil bleiben, weil im zweiten Halbjahr der Verkauf von Firmengebäuden in Paris geplant ist.

Aus epd medien Nr. 35 vom 1. September 2017

rid