Inland
Nations League: Aufsichtsgremien geben grünes Licht
Zustimmungsverfahren bei ARD und ZDF abgeschlossen
München, Mainz (epd). Die Aufsichtgremien von ARD und ZDF haben dem Kauf der Übertragungsrechte an der neuen Uefa Nations League zugestimmt. Nachdem der ZDF-Verwaltungsrat bereits grünes Licht gegeben hatte (epd 43/17), stimmten inzwischen auch alle zuständigen ARD-Rundfunkräte dem Erwerb zu, wie eine Sprecherin der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz am 27. Oktober in München dem epd sagte.

Gegenstand der Vereinbarung mit der Uefa ist die Fernsehberichterstattung über bis zu zwölf Länderspiele der DFB-Nationalmannschaft. Nach epd-Informationen bezahlen die Sender insgesamt bis zu 122 Millionen Euro für die zwei Spielzeiten der europäischen Fußball-Nationenliga in den Jahren 2018/19 und 2020/21. Scheidet das DFB-Team zu einem frühen Zeitpunkt aus, fällt ein etwas niedrigerer Preis an. In manchen ARD-Rundfunkräten war die hohe Kaufsumme auf Kritik gestoßen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut betonte am 27. Oktober in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der ARD die Bedeutung des Rechtekaufs für seinen Sender: "Es ist gut, einen Publikumsmagneten wie die Länderspiele der deutschen Mannschaft weiterhin zwischen den Fußball-Welt- und -Europameisterschaften in unserem Programm zu haben." ARD-Sportrechte-Intendant Ulrich Wilhelm erklärte, der Senderverbund freue sich sehr, die Fußball-Nationalmannschaft dem Publikum weiterhin "in gewohnter höchster Qualität als festen Bestandteil im öffentlich-rechtlichen Rundfunk präsentieren zu können".

Der Vertrag mit der Uefa umfasst auch die Hörfunkberichterstattung von sämtlichen Spielen der deutschen Mannschaft, inklusive der Qualifikationsspiele zur WM und EM, im Zeitraum bis 2022.

Die Nations League beginnt im September 2018 mit einer Gruppenphase, ARD und ZDF hatten die Übertragungsrechte im Sommer erworben. Die Sender hatten zuletzt die TV-Rechte für die Qualifikationsspiele zu EM und WM an RTL verloren und seither das Problem, dass die Fußball-Nationalmannschaft zwischen den großen Turnieren kaum noch im Programm vorkommt.

ARD und ZDF wenden derzeit zusammen im Schnitt zwischen 600 Millionen und 700 Millionen Euro pro Jahr für das Thema Sport auf. In Jahren mit großen Sportereignissen sind die Summen deutlich höher: 2014, als eine Fußball-WM und Olympische Winterspiele stattfanden, fielen nach Angaben der Gebührenkommission KEF Sportkosten von insgesamt mehr als 900 Millionen Euro bei den öffentlich-rechtlichen Sendern an.

Aus epd medien Nr. 44 vom 3. November 2017

tz