Internationales
BBC: 39 Millionen Euro zusätzlich für Kinderangebote
Jahresplan 2017/18 vorgestellt - Ausbau von Datenjournalismus und Faktenchecks
London (epd). Die BBC will in den kommenden drei Jahren zusätzlich insgesamt 34 Millionen Pfund (39 Millionen Euro) in Angebote für Kinder investieren. Diese Summe soll auf existierende Budgets in diesem Bereich aufgeschlagen werden, wie aus einem Entwurf für den BBC-Jahresplan 2017/18 hervorgeht, den die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt am 4. Juli in London vorstellte. Nach der neuen Royal Charter, die am 1. Januar in Kraft trat (epd 1/17), ist die BBC dazu verpflichtet, jährlich ihre Pläne zu veröffentlichen.

"Die Neuerfindung der BBC für die junge Generation ist unser wichtigstes Ziel im nächsten Jahr", sagte BBC-Generaldirektor Tony Hall. Jeder Teil des Unternehmens sei gefordert, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die zusätzlichen Finanzmittel für die Kinderangebote sollen nach seinen Worten dazu beitragen, den Weltklasse-Ruf der BBC-Programme über alle linearen Angebote hinweg zu erhalten. Gleichzeitig werde es vermehrt personalisierte Online-Angebote für jüngere Nutzer geben. "Indem wir uns auf unser Publikum konzentrieren, werden wir bestens aufgestellt sein, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und sicherstellen, dass die BBC auch noch im Jahr 2022 dem gesamten Vereinigten Königreich dient", sagte Hall.

Die BBC kündigt in ihrem Jahresplan auch eine Stärkung von Datenjournalismus-Teams an. Auch Faktenchecks sollen künftig eine größere Rolle spielen, überdies arbeitet die BBC weiterhin mit Facebook zusammen, um den Einfluss von Fake News möglichst gering zu halten. Die Rundfunkanstalt sei "entschlossen, die Veränderungen des Vereinigten Königreiches besser zu reflektieren und abzubilden", heißt es im Jahresplan. Entsprechende Investitionspläne für Schottland, Wales und Nordirland hatte die BBC bereits angekündigt.

Die Rundfunkanstalt folgt damit den Vorgaben, die aus der Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen neuen Royal Charter resultieren. Demnach soll die BBC mehr außerhalb Londons produzieren und aus dem ganzen Land berichten. Ziel ist es, dass die Hälfte des Programms außerhalb der Hauptstadt produziert wird. Seit langem werfen Kritiker der BBC vor, sie sei zu sehr auf London fokussiert und vernachlässige vor allem ländlichere Regionen des Königreichs. Die Charter, die eine Laufzeit von elf Jahren hat, soll die BBC insgesamt transparenter machen.

In ihrem Jahresplan verpflichtet sich die BBC zu einer Reihe weiterer Maßnahmen, die zum Teil über die Vorgaben der Royal Charter hinausgehen. So soll das Fernsehprogramm BBC One beispielsweise künftig zur Hauptsendezeit eine größere Genre-Vielfalt und mehr Nachrichtensendungen bieten als jeder andere vergleichbare Sender. Der Jahresplan der BBC enthält darüber hinaus auch Informationen über herausragende Programminhalte. Die finale Version wird voraussichtlich im letzten Quartal 2017 nach der endgültigen BBC-Betriebslizenz der Ofcom veröffentlicht.

Seit Anfang April dieses Jahres sind Aufsicht und Leitung der BBC entsprechend den Vorgaben der neuen Charter neu organisiert. Die BBC wird nun von einem einheitlichen Vorstand, dem BBC Board, geführt. Es trat an die Stelle des BBC Trusts und des BBC Executive Boards, die seit 2007 die BBC führten. Dem neuen Gremium gehören 14 Mitglieder an, darunter der BBC-Generaldirektor. Vorsitzender des BBC-Boards ist David Clementi. Neun Mitglieder bestimmt die BBC, die restlichen Mitglieder benennt die Regierung. Zuvor hatte diese sämtliche BBC-Vorstandsmitglieder berufen. Die regulatorische Aufsicht über die BBC übernahm Anfang April die Medien- und Telekommunikationsbehörde Ofcom vom BBC Trust (epd 14/17).

tz