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Playa del Futuro - Suche nach dem Glück Peter Lohmeyer zieht es ins ferne Spanien
Der Name des Ortes, auf den sich in diesem Film alle Hoffnungen vom besseren Leben projizieren, ist nichts als ein Witz, denn der „Strand der Zukunft“ liegt mitten im kargen spanischen Land, weit weg von Meer und Wasser. Weshalb Rudi die Landschaft seiner Träume auch kurzerhand fälscht und eine Art blauer Grotte in der Tiefe der Erde anlegt, in einer seltsamen Mischung von schnödem Geschäftssinn und romantischem Gefühl. So wie der still versessene Eisenbahnfanatiker im Erstlingsfilm von Peter Lichtefeld sind nun auch die Helden von Playa del Futuro „Zugvögel“: Eine Sehnsucht nach der Ferne treibt sie um, die sich dieses Mal nicht ins finnische Ende der Welt im Norden richtet, sondern ins mediterrane Spanien. Geblieben sind ein paar familiäre Anknüpfungspunkte, zärtliche Querverbindungen nach Finnland, eine Freundin und deren Eltern – die Mutter wird gar von Aki Kaurismäkis Kindfrau Kati Outinen gespielt. Man ahnt, dass die Filme des deutschen Regisseurs Peter Lichtefeld in ein paar Jahrzehnten zu einem kleinen Universum zusammenwachsen könnten, zu einer Europa umspannenden Kinoheimat. Und wie schon in seinem Debüt spielt auch in Playa del Futuro die Eisenbahn eine besondere Rolle in dieser Geschichte: ihr gleichmäßiges Rattern gibt den Ton an, der Verlauf der Schienen die Richtung. Und so wie damals Inari ist es nun ein kleiner Bahnhof mitten in Spanien, der zu einer Art Sackgasse wird, von der ausgehend das Leben neue Wege nehmen kann.
Anke Sterneborg Wie bereits in Peter Lichtefelds Erstlingsfilm zieht es nun auch die Helden von Playa del Futuro aus Deutschland in die Ferne, wo sie sich zwischen versponnener Gelassenheit und hektischer Betriebsamkeit langsam in einer neuen Version ihres Lebens einpendeln. Deutschland 2005. R: Peter Lichtefeld. B: Peter Lichtefeld, Dirk Drebelow. P: Jörn Rettig. K: Stefan Wachner. Sch: Bernd Euscher. M: Christian Steyer. A: Horst Furcht. Ko: Brigitte Nierhaus. Pg: Bosko Biati/Kinowelt/EuroArts/Elektro Film Facilities. V: Kinowelt. L: 94 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung. FBW: wertvoll. Da: Peter Lohmeyer (Jan), Nina Petri (Angie), Hilmi Sözer (Rudi), Outi Mäenpää (Kati), Miklos Königer (László), Kati Outinen (Terhi), Mariana Corera (Ana), Oliver Mario (Pedro). Start: 9.6. (D) epd Film Abonnement © epd Hinweis zum Urheberrecht |
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Ohne Groll auf Deutschland ist die Heimat doch nur der Ausgangspunkt der Reise, die Projektionsfläche für die Träume liegt weit weg. Rudi ist der Erste, der sich aus dem Staub macht, auf der Flucht vor seinen Steuerschulden, die er schnell noch seinem ahnungslosen
Eine unbestimmte Sehnsucht treibt all diese Menschen, und wie in jedem Road Movie geht es auch hier mehr um die Reise als um das Ziel. So legen alle in ihrem Tun eine gewisse Selbstvergessenheit an den Tag, und das Kochen, das nach Bella Martha und Basta. Rotwein oder Totsein erneut eine südlich gefärbte Sinnlichkeit in einen deutschen Film bringt, trägt das Seine dazu bei, die Menschen im Jetzt und Hier zu verwurzeln. Dabei verliert sich die Wut der Betrogenen wie von selbst, die von Rudi genauso wie die von Angie, die plötzlich merkt, dass der außerhalb des Ortes gelegene Bahnhof stillgelegt wird. So breitet sich eine sanft beschauliche Urlaubsstimmung unter all diesen skurrilen Gestalten aus, eine fast familiäre Nähe, die am Ende in einem riesigen Familienfest endet, das allemal ein neuer Anfang ist.