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Yasmin Eine junge Pakistani zwischen Werten und Welten
Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit zwängt sich Yasmin in enge Jeans, verwandelt sie sich von einer verschleierten Pakistani in eine moderne junge Frau. Kompromisse bestimmen ihr Leben. Für den Vater spielt sie mehr oder weniger die folgsame Tochter, hat ihm zuliebe sogar den von ihr nicht geliebten Cousin Faysal geheiratet, damit er britischer Staatsbürger werden kann. Privat hat Faysal jedoch bei ihr keine Chance. Yasmin ist in England geboren und fühlt sich in der westeuropäischen Kultur heimischer als in der islamischen. Und doch muss sie mit Vorurteilen leben, die sich nach den Anschlägen vom 11. September noch verschärfen. Sie wird angepöbelt, und ein Rollkommando der Polizei stürmt ihre Wohnung, weil Faysal angeblich ein gefährlicher Topterrorist ist. Wie schnell Angst in Hysterie und Intoleranz umschlagen kann, das zeigt der britische Regisseur Kenny Glenaan eindringlich nach einem Drehbuch von Simon Beaufoy (The Full Monty). Die latente Gewalt und der Rassismus schaukeln sich dabei auf beiden Seiten hoch. Während Yasmin in Polizeigewahrsam gerät und von einem Beamten relativ plump zur Aussage gegen ihren Mann gebracht werden soll, radikalisiert sich Yasmins jüngerer Bruder. Er applaudiert den Attentätern von 9/11, verteilt polemische Flugblätter und will selbst gegen den Westen kämpfen. In einer sehr treffenden Dialogszene zeigt sich Yasmin von dieser Entwicklung entsetzt und meint bedauernd: „Als kleiner Drogendealer warst du mir lieber.“ Während sich die junge Generation also gezwungenermaßen als Folge der Intoleranz der Gesellschaft den eigenen, islamischen Wurzeln zuwendet, sich entweder radikalisiert oder wie im Fall von Yasmin erstmals überhaupt dazu bekennt, sind die moderaten Einwanderer der ersten Generation die größeren Verlierer. Yasmins Vater, der sich immer um einen Ausgleich bemüht hat, versteht weder seinen Sohn noch seine sich allmählich auch offen emanzipierende Tochter. Dabei bemerkt er nicht, dass Yasmin konsequent einen widersprüchlichen und langsamen Weg geht, der zur größeren Akzeptanz ihrer eigenen Kultur führt. Am Ende steht sie zu all ihren Identitäten. Yasmin ist mehr als nur ein weiterer britischer Film, der den Clash der Kulturen thematisiert. Waren East Is East oder Kick it Like Beckham Komödien und Just a Kiss von Ken Loach eine Liebesgeschichte, so zeigt Yasmin erstmals den Konflikt zwischen islamischer und westlicher Kultur aus der Sicht einer jungen Frau, die versucht, mit den Widersprüchen zu leben. Getragen wird der Film von der Leinwandpräsenz der Hauptdarstellerin: Archie Panjabi, die ebenso stark wie verletzlich, selbstbewusst wie zweifelnd spielt. Jörg Taszman Subtiles Porträt einer jungen pakistanischen Frau der zweiten Generation in Großbritannien. Getragen von guten Darstellerleistungen und einem vielschichtigen, subtilen Drehbuch wird der Konflikt zwischen westlichen und islamischen Werten und Welten auf eine menschlich verständliche Ebene zurückgeführt und nachvollziehbar. Yasmin Start: 26.5. (D) epd Film Abonnement © epd Hinweis zum Urheberrecht |
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