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  CDU und ZdK kritisieren geplanten Werteunterricht in Berlin - Wowereit weist Kritik von Bischof Huber zurück

Berlin (epd). Die CDU und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben den geplanten Werteunterricht als Pflichtfach in Berlin kritisiert. "Es ist völlig unpassend, dass in der deutschen Hauptstadt der Religionsunterricht durch Regierungshandeln ausgehöhlt wird", erklärte die CDU-Vorsitzende Angela Merkel am Donnerstag. ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer sprach von "Tendenzen zu einem falsch verstandenen Laizismus". Der Beschluss der Berliner SPD für einen verpflichtenden Werteunterricht führte zugleich im Abgeordnetenhaus zu einem Schlagabtausch.

In einem Schreiben wies der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Kritik der evangelischen Kirche am Werteunterricht zurück. Mit dem Fach "Ethik/Philosophie/Werte" werde lediglich ein für alle Schüler verbindliches Fach eingeführt, nicht aber der Religionsunterricht abgeschafft, betonte Wowereit in einem in der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Schreiben an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, den Berliner Bischof Wolfgang Huber.

Wowereit fügte hinzu, es werde auch weiterhin in Berlin einen vom Staat finanzierten freiwilligen Religionsunterricht in den Schulen geben. Der Werteunterricht richte sich nicht gegen den Religionsunterricht, sondern ergänze ihn. Huber hatte Wowereit ein "gefährliches und verantwortungsloses Vorgehen" vorgeworfen.

Im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte die FDP- und CDU-Opposition das von SPD und der mitregierenden PDS unterstützte Modell eines verpflichtenden Werte-Faches und freiwilligen Religionsunterrichtes als falsch und grundgesetzwidrig. Die SPD mahnte mehr Sachlichkeit in der Debatte an. Die Grünen unterstützten die SPD-Pläne grundsätzlich, warnten jedoch vor ideologischen Grabenkämpfen.

CDU-Fraktionschef Nicolas Zimmer sagte, die von Teilen der SPD und der PDS aufgestellte Behauptung, nur ein einheitlicher Werteunterricht könne zur Toleranz erziehen, sei ein fataler Irrtum. Der Plan eines verpflichtenden Werteunterrichts sei die Forderung, keine Überzeugung zu haben.

SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller kritisierte die Schärfe der Debatte. Es verbiete sich beim Werteunterricht jeder Vergleich mit der Zeit der DDR und der NS-Zeit. Der CDU warf er "billigen Populismus" vor. Zugleich rief er die Kirchen auf, an dem beschlossenen Wertefach mitzuwirken. Für sie bestehe die Chance, damit nicht nur die Teilnehmer am Religionsunterricht, sondern alle 320.000 Berliner Schüler zu erreichen. (04138/14.4.2005)

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