Einigkeit in Sachen Ökumene haben der bayerische evangelische Landesbischof, Johannes Friedrich, und der katholische Erzbischof des Bistums München und Freising, Reinhard Marx, im oberbayerischen Markt Schwaben demonstriert. Die Konfessionen dürften nicht "durch unnötige Profilierung den Blick auf das Gemeinsame verstellen", sagte Friedrich vor rund 300 Zuhörern bei einer kommunalen Veranstaltung. Katholiken und Protestanten seien durch den Glauben an Gott, die Bibel und das Taufverständnis verbunden. Die Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl sei, so Friedrich, "nicht das Wichtigste."
Erzbischof Marx forderte dazu auf, beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München nicht "das Haar in der Suppe zu suchen". Die Botschaft des Kirchentages müsse sein, "dass sich die Kirchen nicht gegenseitig ein Bein stellen, sondern etwas gemeinsam machen." Die gewünschte Einheit der Kirche dürfe nicht mit Uniformität gleichgesetzt werden. "Die Gesellschaft und auch die Kirche muss Unterschiede in Zukunft als Reichtum betrachten", sagte Marx weiter.
Beide Bischöfe äußerten die Hoffnung, dass die Ökumene durch den 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai "einen Schritt voran kommt". Marx betonte jedoch, dass man in theologischen Streitfragen nicht wie in der Politik "durch Kompromisse einen kleinsten gemeinsamen Nenner" finden könne. Die "Schwabener Sonntagsbegegnungen" sind eine Veranstaltungsreihe der Gemeinde Markt Schwaben im Osten von München, die sich mit gesellschaftlichen Fragen befassen.
Der 2. Ökumenische Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai in München statt und trägt das Motto "Damit ihr Hoffnung habt". Zu dem Christentreffen werden weit mehr als 100.000 Dauerteilnehmer erwartet.
2003 gab es in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, bei dem außerhalb des offiziellen Programms auch zu einer gemeinsam Eucharistiefeier von Katholiken und Protestanten eingeladen worden war. Infolgedessen waren zwei katholische Priester suspendiert worden. (0286/21.02.10)