BAYERN
NACHRICHTEN
REDAKTION
SERVICE
HOME
SUCHE
ADRESSEN
PRODUKTE
LINKS
SITEMAP
Dokumentation
Film
Medien
Sozial
Bayern
Hessen
Niedersachsen-Bremen
Nord
Ost
Rheinland-Pfalz/Saarland
Südwest
West
Bilddatenbank
Grafikdatenbank
Die Nachrichten-Agentur
Anzeigen
Freie Stellen
Kontakt
Impressum
   
Abonnieren Sie unsere Newsletter! Druckversion Empfehlen Sie die Seite weiter! Bestellen Sie direkt!
  In die Welt der Bibel rutschen
Zwischen Salzburg und Freilassing soll ein Bibel-Erlebnispark


Von Rieke C. Harmsen

Freilassing (epd).

In dem Museum sollen die Menschen die Bibel an Leib und Seele erfahren. Sie können auf einer riesigen Landkarte die historischen Orte besuchen, ein Segelboot besteigen oder an Wänden Informationstafeln studieren.
©epd bild/Harmsen

Sieben magere Jahre sind noch nicht vergangen. Deshalb ist Pfarrer Heinrich Wagner optimistisch, dass sein Traum von einem Bibel-Erlebnispark noch Realität werden könnte. Seit 2003 arbeitet der Leiter des Bibelreferats der Erzdiözese Salzburg mit einem Team von Theologen und Bühnenbildnern, Theatermachern und Pädagogen an seiner Idee: Eine Bibelwelt mit "Abenteuer- und Erlebnischarakter", einen Ort, an dem die Besucher mit Leib und Seele die Bibel erfahren sollen. Gerade tourt der umtriebige Pfarrer durch Oberbayern – auf der Suche nach Unterstützern und Förderern.

"Die einfachsten biblischen Geschichten sind heute kein Allgemeingut mehr. Die Besucher sollen bei uns in die Geschichten hineingehen können und sie mit allen Sinnen erfahren", erklärt Wagner. Mit Skizzen, Modellbauten und Plänen erläutert er, wie der Erlebnispark funktionieren soll. In der "Bibelwelt" können die Besucher wie Jonas in den dunklen Schlund eines riesigen Walfisches rutschen oder die Segel eines Bootes im See Genezareth hissen. Sie sollen über eine Landkarte vom Heiligen Land schreiten und in Zelte krabbeln, Labyrinthe erkunden und sich durch dunkle Höhlen schieben.

Mindestens 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche soll das Gebäude haben, von außen an die Arche Noah erinnern und an einem Fluss liegen, an der Salzach zum Beispiel, oder vielleicht genau auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland, völkerverbindend und grenzüberschreitend – "schließlich sind das ja auch Themen der Bibel", sagt Wagner.

Der Pfarrer scheut nicht den Vergleich mit modernen Erlebnisparks. Auch er will mit künstlichen Bauten und Lichteffekten, mit Wassergeplätscher und Tönen, Geruch und Haptik arbeiten. Anziehen soll die "Bibelwelt" gleichermaßen Schulklassen und Familien, Theologen und Pädagogen, Laien und Bibelkenner. "Über die Audio-Guides können die Besucher bestimmen, wie tief sie in die Materie eindringen wollen", so Wagner. Zudem sollen an einzelnen Stellen auch Computer stehen mit weiterführender Information.

Vier Millionen Euro soll der Erlebnispark in der ersten Ausbauphase kosten. Wenn jährlich zwischen 50.000 und 100.000 Besucher kommen, und dies sei "leicht erreichbar", dann würde sich der Park schon rechnen, meint Wagner. Noch scheitert das Konzept an der Finanzierung. So wird Wagner zwar mit seinem Team gerne in Pfarrkonferenzen und Einrichtungen eingeladen. Auch hat er einige Prominente, wie den Musiker Hubert von Goisern als Unterstützer gewinnen können. Doch fehlen bislang konkrete finanzielle Zusagen.

Es gibt wohl eine Absichtserklärung vom Land Salzburg, das Projekt mit 700.000 Euro zu unterstützen – doch hält sich der wichtigste Partner, die Erzdiözese Salzburg, vornehm zurück. "Die Erzdiözese hat sich nicht gegen das Projekt ausgesprochen, stellt aber auch keine finanzielle Förderung in Aussicht", sagt Wagner und sucht nun also Unterstützung in Deutschland.

Große Unterstützung aus Bayern gibt es bislang nicht. Die katholischen Bistümer der Region zeigen sich sehr interessiert. Eine Finanzspritze, so erklärt etwa der Passauer Bibelpastoral Josef Veit, sei aber so gut wie ausgeschlossen. Einzig mit einem passenden Grundstück könne die Kirche vielleicht dienlich sein. Auch der evangelische Pfarrer von Freilassing, Ewald Seißler, ist von der Idee angetan. Er will Pfarrer Wagner zum nächsten Pfarrkonvent einladen und die Idee im Dekanat präsentieren.

Unterstützung erhält das Park-Vorhaben auch von EuRegio-Geschäftsführer Steffen Rubach, der um die Tücken der politischen und rechtlichen Vorgaben weiß. Seiner Ansicht könnte das Projekt sogar einen EU-Zuschuss bekommen. Voraussetzung wäre allerdings, dass Deutschland und Österreich gemeinsam an einem Strang ziehen. Für die "Bibelwelt" und Pfarrer Wagner werden die sieben fetten Jahre wohl noch lange auf sich warten lassen.

Internet: http://www.bibelwelt.at/  (0868/11.05.07)






 
 

© epd Hinweis zum Urheberrecht

 

 
Evangelischer Pressedienst, Birkerstraße 22, 80636 München, epdbayern@epv.de