Gegen die Politik Irans haben rund tausend Menschen laut Polizeiangaben in Nürnberg friedlich demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung "Keine Gastfreundschaft für Volksver-hetzer" versammelten sich vor dem vor dem ersten WM-Spiel der iranischen Fußballnationalmannschaft gegen Mexiko in der Innenstadt. Sie forderten ein Einreiseverbot für den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und ein Strafverfahren gegen ihn wegen Volksverhetzung, weil er unter anderem den Holocaust an den Juden in Deutschland leugnet.
Der bayerische Innenminister Günter Becksein (CSU) rief bei der Kundgebung dazu auf, gemeinsam mit großer Entschlossenheit gegen Extremismus und Antisemitismus vorzugehen. Die Äußerungen des iranischen Präsidenten seien von Hass, Intoleranz und tiefem Antisemitismus gegen Israel geprägt und durch nichts zu entschuldigen. "Ahmadinedschad ist in unserem Land nicht willkommen", betonte Beck-stein. Bislang sei noch unklar, ob er tatsächlich zur Fußball-WM nach Deutschland komme. Die Proteste richteten sich jedoch keineswegs gegen das iranische Volk und auch nicht gegen die iranische Fußballmannschaft, so der Minister weiter.
Zu den weiteren prominenten Rednern zählten auch Grünen-Chefin Claudia Roth und Michel Friedman, ehemaliger Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zu der Kundgebung hatten die Israelitischen Kultusgemeinden, die Deutsch-Israelitische Gesellschaft und der Deutsche Gewerktschaftsbund DGB aufgerufen. Weitere Protestaktionen sind für den 17. Juni in Frankfurt am Main und für den 21. Juni in Leipzig geplant. (0931/11.06.06)